Frankreich betreibt das radikalste Spritpreis-Transparenzregime Europas: Jede Tankstelle mit mehr als 500 Kubikmetern Jahresabsatz ist gesetzlich verpflichtet, ihre Preise an das Regierungsportal Prix-carburants.gouv.fr zu melden, und der komplette Datensatz ist offen. Jeder kann ihn herunterladen. Der öffentlich-rechtliche Sender franceinfo baute daraus eine täglich aktualisierte Preiskarte auf Stationsebene; Petromap verarbeitet denselben Feed, weshalb unsere Frankreich-Abdeckung bei knapp 10.000 Stationen liegt.
Diese Dichte macht Frankreich zu einem der besten Orte Europas, um zu beobachten, wie sich ein Kraftstoffmarkt wirklich verhält.
Der französische Markt, live
Stand 20. Juli 2026 kostet Benzin in Frankreich im Schnitt 2,01 €/L, Diesel 2,11 €/L, bei EU-Durchschnitten von 1,86 €/L und 1,92 €/L. Das Städtebild, bei jedem Seitenaufruf neu berechnet:
| Stadt | Tankstellen | Benzin (€/L) | Diesel (€/L) |
|---|---|---|---|
| Marseille | 62 | 2,00 | 2,14 |
| Paris | 44 | 2,11 | 2,23 |
| Toulouse | 32 | 2,03 | 2,17 |
| Nice | 24 | 2,06 | 2,20 |
| Limoges | 23 | 2,01 | 2,09 |
| Lyon | 18 | 2,04 | 2,16 |
| Montpellier | 18 | 2,00 | 2,18 |
| Nantes | 17 | 2,01 | 2,12 |
| Nîmes | 17 | 1,97 | 2,10 |
| Ajaccio | 16 | 1,98 | 2,14 |
Städte sortiert nach Zahl der erfassten Stationen; günstigster Durchschnitt je Kraftstoff fett.
Zwei französische Eigenheiten sollte man kennen. Erstens verkaufen Supermarktketten (E.Leclerc, Carrefour, Intermarché und andere) einen großen Teil des Kraftstoffs des Landes zu berühmt dünnen Margen, weshalb französische Preise abseits der Zentren Nachbarmärkte selbst bei ähnlichen Steuern regelmäßig unterbieten. Zweitens ist der Autoroute-Aufschlag drastisch: Autobahnstationen liegen weit über derselben Marke zwei Kilometer weiter, eine Lücke, die die offenen Daten gnadenlos offenlegen.
Warum Transparenz zählt
Die französische Lehre ist das Gründungsargument für Seiten wie unsere: Wo Preise öffentlich und vergleichbar sind, verengt sich die Spanne, und Autofahrer zahlen nicht mehr aus Versehen zu viel. Deutschland kam mit seiner Markttransparenzstelle zum selben Schluss, und die EU veröffentlicht Wochendurchschnitte für jeden Mitgliedstaat. Die Daten existieren. Sie müssen nur lesbar sein, und dafür gibt es die Live-Karte und die Frankreich-Seite. Wer diesen Sommer über die Autoroutes fährt, spart mit dreißig Sekunden Vergleich vor der Ausfahrt regelmäßig einen zweistelligen Betrag pro Tankfüllung.
